Gemeinsam Verantwortung übernehmen – Bürgerstiftung Suhl feiert ihre Gründung
- Öffentlichkeitsarbeit
- 27. Feb.
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Mit einem festlichen Akt im Oberrathaussaal des Alten Rathauses wurde am 13. Februar 2026 ein starkes Signal für bürgerschaftliches Engagement in Suhl gesetzt. Die Bürgerstiftung Suhl ist offiziell anerkannt und hat ihre Arbeit aufgenommen. Der Abend machte deutlich, dass hier nicht nur eine Stiftung gegründet wurde, sondern eine Bewegung, getragen von Menschen, die Verantwortung für ihre Stadt übernehmen.

Oberbürgermeister André Knapp würdigte in seinem Grußwort insbesondere den Mut und die Weitsicht der Initiatorinnen und Initiatoren. Mit der staatlichen Anerkennung als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts am 10. Dezember 2025 ist aus einer Idee eine dauerhaft angelegte Institution geworden. „Die Bürgerstiftung zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Suhl ist und bleibt eine Heimat für Macher“, betonte Knapp. Stiftungen seien auf Langfristigkeit ausgelegt. Das Vermögen bleibe erhalten, die Erträge dienten dem Gemeinwohl, verlässlich und generationenübergreifend.
Auch der Ehrenamtsbeauftragte der Thüringer Staatskanzlei, Guntram Wothly, war zu Gast und unterstrich in seiner Ansprache die große gesellschaftliche Bedeutung freiwilligen Engagements. Zugleich überbrachte er herzliche Grüße des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt, der dieses Engagement in Suhl mit großem Respekt würdigt. „Die Gründung der Bürgerstiftung Suhl sei ein starkes Zeichen in herausfordernden Zeiten und ein sichtbares Bekenntnis zum Gemeinsinn. Ehrenamt sei kein Randphänomen, sondern eine tragende Säule unseres Zusammenlebens und die neue Stiftung sende hierfür ein ermutigendes Signal an die gesamte Stadtgesellschaft.“ so Wothly.

Gabriele Melzer, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Suhl, schilderte in ihrer Rede eindrucksvoll den Weg von der ersten Idee bis zur Anerkennung. Die Vision, auch in Suhl eine Bürgerstiftung ins Leben zu rufen, habe sie schon lange begleitet. Ihre berufliche Erfahrung im Stiftungswesen habe ihr gezeigt, welche nachhaltigen Möglichkeiten sich dadurch eröffnen. „Die Idee ist das eine – die Umsetzung etwas anderes“, so Melzer rückblickend. Schnell sei klar gewesen, dass ein solches Vorhaben nur im Team gelingen könne.

Im Herbst 2024 fand sich ein engagierter Kreis von Mitstreitern zusammen, die bereit waren, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Mit Expertise aus Medizin, Steuerberatung, Wirtschaft und Unternehmertum entwickelten sie Schritt für Schritt die Satzung, erarbeiteten die Organisationsstruktur und begleiteten den Anerkennungsprozess. In enger Abstimmung mit dem Thüringer Innenministerium und nach Prüfung durch das Finanzamt entstand eine gemeinnützige und rechtssichere Grundlage. Diese staatliche Kontrolle garantiere allen Stifterinnen und Stiftern, dass Spenden und Erträge, ausschließlich den satzungsgemäßen Zwecken zugutekommen, so Melzer.
31 Gründungsstifterinnen und -stifter legten schließlich das finanzielle Fundament der Stiftung. Das Grundstockvermögen bleibt dauerhaft erhalten, verwendet werden ausschließlich die Erträge. Damit ist die Bürgerstiftung Suhl ausdrücklich auf Dauer angelegt. „Eine Stiftung ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf“, machte die Vorstandsvorsitzende deutlich. Nun beginne die eigentliche Arbeit: Projekte entwickeln, Partnerschaften aufbauen, Menschen begeistern.
Unter dem Motto „Herz & Hand für unsere Stadt“ will die Bürgerstiftung sowohl eigene Vorhaben realisieren als auch gemeinnützige Initiativen in Suhl unterstützen. Erste Projekte sind bereits konzipiert und sollen im laufenden Jahr starten. Zugleich ist die Stiftung offen für Ideen aus der Bürgerschaft. Jeder kann sich einbringen: mit Zeit, mit Fachwissen, mit Spenden oder Zustiftungen. Auch testamentarische Zuwendungen sind möglich.
Oberbürgermeister Knapp stellte die Gründung zudem in einen historischen Kontext. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg habe es in Suhl ausgeprägte Formen bürgerschaftlicher Verantwortung gegeben. Besonders prägend war dabei die Unternehmerfamilie Simson, deren Engagement weit über wirtschaftlichen Erfolg hinausging. Die Bürgerstiftung knüpfe an diese Tradition an und führe sie in zeitgemäßer Form fort. Unabhängig, transparent und gemeinschaftlich getragen.

Für die kommenden Monate ist eine externe Prüfung und Zertifizierung nach den Qualitätsmerkmalen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen vorgesehen. Damit soll die Transparenz weiter gestärkt und das Vertrauen in die neue Institution gefestigt werden. Gleichzeitig wirbt die Stiftung um weitere Unterstützerinnen und Unterstützer. Ziel ist es, kontinuierlich zu wachsen und die Möglichkeiten für gemeinnützige Förderung in Suhl Schritt für Schritt auszubauen.
Am Ende des Festaktes stand vor allem der Dank an alle, die Zeit, Energie und finanzielle Mittel eingebracht haben. Doch ebenso deutlich war die Einladung an diejenigen, die bisher noch nicht Teil dieser Initiative sind. Die Bürgerstiftung Suhl versteht sich als Stiftung von Bürgern für Bürger. Sie lebt davon, dass sich Menschen einbringen und Verantwortung übernehmen.
Oder, wie es Gabriele Melzer mit einem Zitat von Erich Kästner formulierte: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Die Bürgerstiftung Suhl zeigt, dass genau das in Suhl möglich ist. Gemeinsam, nachhaltig und mit Blick auf die Zukunft.
Weitere Informationen zu Projekten und Mitwirkungsmöglichkeiten finden Interessierte unter www.buergerstiftung-suhl.de.

Bilder: Bürgerstiftung Suhl





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