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Psychische Gesundheit: Gut durch die Zeit kommen

Die dunkle Jahreszeit ist noch nicht ganz vorbei. Gerade in den Wintermonaten fühlen sich viele Menschen erschöpft, gereizt oder weniger belastbar. Das ist nicht ungewöhnlich. Psychische Gesundheit bedeutet auch, gut für sich zu sorgen, bevor die Belastung zu groß wird.


Im Folgenden beantworten wir häufige Fragen und geben Tipps, wie Sie Ihre psychische Gesundheit im Alltag stärken können.


Was bedeutet psychische Gesundheit?

Psychische Gesundheit beschreibt unser inneres Wohlbefinden und beeinflusst, wie wir denken, fühlen und handeln. Sie wirkt sich jedoch nicht nur auf uns selbst aus, sondern auch auf unser Umfeld, auf Beziehungen, den Alltag mit anderen Menschen und das soziale Miteinander. Denn der Mensch ist ein soziales Wesen, wie es uns psychisch geht, hat immer auch Auswirkungen auf andere.


Psychisch gesund zu sein, bedeutet nicht, dass immer alles leicht ist oder dass man nie traurig oder gestresst ist. Vielmehr geht es darum, im Alltag möglichst im Gleichgewicht zu bleiben, Gefühle wahrzunehmen und auch schwierige Situationen bewältigen zu können.

Psychische Gesundheit zeigt sich zum Beispiel darin, dass wir:


  • auch in belasteten Phasen Wege finden, mit Stress und Herausforderungen umzugehen,

  • unsere Gefühle wahrnehmen, ausdrücken und regulieren können,

  • Beziehungen pflegen und uns anderen Menschen verbunden fühlen,

  • innere Balance, Zufriedenheit oder Sinnhaftigkeit erleben,

  • im Alltag möglichst klar denken und uns konzentrieren können.


Warum fühlen sich viele Menschen derzeit erschöpft?

Gerade gegen Ende des Winters fühlen sich viele Menschen müde, weniger belastbar oder innerlich angespannt. Hinzu kommt, dass sich der Körper langsam auf mehr Licht und veränderte Tagesrhythmen einstellt, während Alltag, Verpflichtungen und Anforderungen häufig unverändert bleiben.


Die Wintermonate stehen traditionell auch für Ruhe und Entschleunigung. Auch die Natur lädt in dieser Zeit zur Entschleunigung ein: Pflanzen wachsen langsamer, viele Tiere ziehen sich zurück oder halten Winterschlaf. Diese Phase des Innehaltens ist ein natürlicher Teil des Jahresrhythmus. Auch für uns Menschen ist es normal, in dieser Jahreszeit weniger Energie zu haben, mehr Schlaf zu brauchen oder den Wunsch nach Rückzug zu verspüren. Ein geringer Antrieb ist daher nicht automatisch ein Zeichen von Krankheit, sondern oft eine natürliche Reaktion auf diese Zeit.


Wichtig ist vor allem aufmerksam zu bleiben: Müdigkeit, Erschöpfung oder innere Anspannung sind in dieser Phase zunächst nichts Ungewöhnliches. Wenn Belastungen jedoch über längere Zeit anhalten oder sich nicht bessern, kann es hilfreich sein, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.


Typische Anzeichen können unter anderem sein:


  • Erschöpfung oder Antriebslosigkeit,

  • innere Unruhe,

  • Schlafprobleme,

  • Stimmungsschwankungen,

  • das Gefühl, „nicht richtig in die Gänge zu kommen“.


Was kann im Alltag helfen?

Oft sind es kleine Schritte, die helfen können, sich psychisch zu stabilisieren und besser durch belastende Phasen zu kommen:


  • Struktur und Pausen: Ein geregelter Tagesablauf mit bewussten Ruhezeiten hilft dem Körper und dem Kopf.

  • Bewegung und frische Luft: Schon ein kurzer Spaziergang kann Stress abbauen und die Stimmung verbessern.

  • Gedanken ordnen: Manche Menschen finden Entlastung, indem sie Sorgen und Gedanken notieren oder mit einer vertrauten Person darüber sprechen.

  • Entspannung bewusst einbauen: Ob ein Tee am Abend, Atemübungen, Yoga oder Musik, finden Sie etwas, das Ihnen guttut.

  • Kontakt zu anderen Menschen: Gespräche und soziale Nähe können stärken. Niemand muss alles allein tragen.

  • Selbstfürsorge ernst nehmen: Achten Sie auf Ihre Grenzen und gehen Sie freundlich mit sich selbst um.


Wo finde ich Unterstützung, wenn es mir psychisch nicht gut geht?

Manchmal reichen eigene Strategien nicht aus und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist: Sie müssen nicht allein damit bleiben.


Es gibt verschiedene Anlaufstellen und Unterstützungsangebote, z. B. Hausärzte, Beratungsstellen oder psychosoziale Dienste. Auch viele Krankenkassen bieten unterstützende Angebote an, wie Präventionskurse zur Entspannung und Stressbewältigung oder digitale Programme wie Online-Kurse und Apps.


In der Stadt Suhl steht Ihnen im Gesundheitsamt der Sozialpsychiatrische Dienst als mögliche Anlaufstelle zur Verfügung.


Er richtet sich insbesondere an Menschen,


  • die sich in einer psychischen Krise befinden,

  • mit einer psychischen Erkrankung leben,

  • sowie an Angehörige von Betroffenen, die Orientierung und Beratung suchen.


Die Beratung ist vertraulich, neutral, kostenlos und auf Wunsch auch anonym. Sie kann dabei helfen, passende Unterstützungsmöglichkeiten zu finden.


Darüber hinaus veranstaltet das Gesundheitsamt bzw. der Sozialpsychiatrische Dienst jedes Jahr, auch in diesem Jahr, den Tag der seelischen Gesundheit. Diese Veranstaltung soll informieren, sensibilisieren und das Thema psychische Gesundheit stärker in den Blick rücken. Sie richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, an Betroffene sowie Angehörige und bietet Gelegenheit, sich auszutauschen und mehr über Unterstützungs- und Präventionsmöglichkeiten zu erfahren. 


Das genaue Datum wird rechtzeitig auf der Internetseite der Stadt Suhl sowie über die Social-Media-Kanäle bekannt gegeben.


Kontakt


Hinweis bei akuten Notfällen

In akuten psychischen Krisen wenden Sie sich bitte an den Rettungsdienst (112) oder bei unmittelbarer Gefahr an den Polizeinotruf (110). Außerhalb der Öffnungszeiten stehen außerdem der kassenärztliche Notdienst (116 117) und die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) zur Verfügung.


Eine gute Botschaft zum Schluss

Psychische Gesundheit beginnt oft im Kleinen: ein Spaziergang, ein Gespräch, eine Pause, ein Moment für sich selbst. Und manchmal ist es ein wichtiger Schritt, sich Unterstützung zu holen, denn niemand muss alles allein schaffen.


Haben Sie noch Fragen?

Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich gerne an unser Gesundheitsamt unter gesundheitsamt@stadtsuhl.de.


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